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Der in Zürich lebende Saxophonist Christoph Gallio ist ein
ganz besonderes Talent. Sein nun auch als Silberextrakt vorliegender
Live-Exkurs „Mono“ zeigt die Agilität des selbstbewussten
Musikers auf dem Sopran- und Altsaxophon. Subtile und vielschichtige,
teilweise fliessende Klangbilder garantieren eine Spielweise der
Improvisationen, bei dem auch mal mit harmonischer Unbefangenheit
an die Sache herangegangen wird. Überraschende Wendungen und
Ausbrüche aus den Ordnungsprinzipien machen die Angelegenheit
besonders spannend.
SAARLOUISER RUNDSCHAU, Rainer Guérich
Saxophoniste suisse qui propose au cours d‘un concert, un
ensemble de petites pièces. Certes, l‘écoute
est ardue, mais on y découvre un art musical très
recherché où l‘ ab-straction est constante.
Pour mélomane averti, appréciant la performance délicate
du solo et la recherche continue de l‘art musical.
JAZZ NOTES
„Mono“ sind 29 Miniaturen des Alt- und Sopransaxophonisten
Christoph Gallio, die alle am 26. November 1992 in der Galerie Walcheturm
in Zürich aufgenommen wurden. Der in Zürich lebende Musiker
ist aus zahlreichen Konzerten in den vergangenen 18 Jahren mit Free
Jazzern und Avantgardisten wie Irene Schweizer, Urs Voerkel, Urs
Blöchlinger
(der überraschend Selbstmord beging), Fred Frith und Phil Minton
bekannt. Die Stücke auf seiner neuesten CD „Mono“
sind oft kurze, melodiebetonte Gedankensplitter. Dabei bläst
er - meist das Sopransaxophon - leise und zurückhaltend, fast
so, als habe er Angst, die Stille zu zerstören. Nicht die Stille
eines Konzertsaales, sondern die eines Übungszimmers. Gallio
wendet sich bei seinem Spiel nicht an die anwesenden Zuhörer,
sondern nur an sich selbst. „Mono“ ist eine Meditation,
die gerade in ihrer Selbstreflexion Interesse weckt.
JAZZPODIUM, Axel Bußmer
Nein, glaubt mir, ich bin hier nicht zum Jubeln bestellt, aber was
Christoph Gallio auf seinem neuen Soloalbum verlauten lässt,
liest sich in meinem Hörprotokoll so: Miniaturen mit respekt
vor dem Klang und vor der Stille. Minimalismus der Mittel ohne esoterische
Verbrämungen. Alt- und Sopransaxophonlinien von zuweilen, spröder,
doch schöner Sanglichkeit. "Mono" so der hinterlistige
Titel der Soloeinspielung, findet seine Ergänzung in "Cars
& Variations/High Desert Songs" Duo- und Trio-Formationen
Christoph Gallios mit Schweizer Weggefährten wie auch mit Chie
Mukai, Matthew Ostrowski, Lindsay Cooper und Irene Aebi. Beinahe
asketisch und dennoch voller akkumulierter Erfahrung erinnern mich
Gallios Kompositionen - seine Solostücke für Irene Aebi
mögen diese Assoziation verstärken - an die Stringenz
Steve Lacys-. Kein schlechter Vergleich, bedenkt man, dass Christoph
Gallio kein Epigone ist.
WOZ, Bert Noglik
Il sassofonista Christoph Gallio è un 3habitué„
delle miniature. Sia con il suo progetto internazionale DAY &
TAXI, sia dal solo, esplora degli aspetti sconosciuti, rompendo
con la tradizione del sassofono o defraudandola a modo suo. Il suo
progetto "solo" registrato direttamente in concerto, è
diviso in 35 sequenze dove alterna l'alto e il soprano, temi astratti
e le melodie più facilmente identificabili. Gallio allarga
il campo della musica e sostituische all'ordine le sue architetture
personali; lo sviluppo audace, si distacca dalle nostre abitudini
di ascolto e apre nuove prospettive.
Swiss Music Info
"Mono" steht beim Saxophonisten Christoph Gallio mitnichten
für monochrom. Auch wenn sich Gallio bei seinem etwa dreiviertelstündigen
Soloprogramm vor allem auf komponierte und improvisierte Linien
konzentriert, differenziert er mit Alt- und Sopransaxophon doch
sehr fein. Das Ohr braucht eine gewisse Zeit, um um sich auf diese
Feinheiten einzustellen. Sehr hilfreich ist dabei Gallios ganz bewusster
Umgang mit Pausen, mit Stille, die sich ja immer wieder als äusserst
klangvoll erweist.
dissonanz, Peter Bürli
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